Das Nord Electro 2 SeventyThree ist ein frühes, sehr live-taugliches Stage-Keyboard von Clavia/Nord aus der Zeit 2002–2009. Es ist vor allem für Hammond-/Orgel-, Rhodes-, Wurlitzer- und Clavinet-Sounds interessant – weniger als modernes Stagepiano.
- 73 anschlagdynamische, semi-gewichtete Waterfall-Tasten mit quadratischer Vorderkante.
„Semi-gewichtet: Die Tasten haben etwas Widerstand und Masse, sind aber deutlich leichter als eine Hammermechanik eines Digitalpianos. - Waterfall: Die Tasten haben vorne keine erhöhten „Kappen“ beziehungsweise keine ausgeprägte klassische Klavierfront. Die Vorderkante ist relativ glatt und eckig.
- Vorteil für Orgel: Glissandi, schnelle Läufe und das Spielen mit der Handfläche funktionieren angenehmer und ohne an den Tasten hängen zu bleiben.
- Für Piano: Anschlagdynamik ist vorhanden, aber das Spielgefühl ist eher leicht und direkt als schwer und klavierähnlich.“
- Sehr gute, direkt bedienbare Tonewheel-Orgel-Sektion mit neun virtuellen Zugriegeln, LED-Anzeige, Percussion sowie Chorus/Vibrato.
- Orgel komplett polyphon; Keyboard-Split mit unterschiedlichen Upper-/Lower-Drawbar-Einstellungen.
- Piano-Sektion mit Rhodes Mk I Stage und Suitcase, Wurlitzer 200A, Clavinet D6, Clavia Electric Grand und einem akustischen Stereo-Flügel.
- Effekte: Röhren-Overdrive, Leslie-/Rotary-Simulation, EQ, Chorus, Flanger, Phaser, Tremolo, Auto-Wah, Wah-Wah, Auto-Pan und Ringmodulation.
- 48 Programmspeicher, MIDI In/Out, zwei Line-Ausgänge, Kopfhöreranschluss sowie Anschlüsse für Sustain-, Control-/Expression- und Rotary-Speed-Pedal.
- Gewicht etwa 9,4 kg, Maße ungefähr 110,7 × 29,4 × 9,6 cm.
Die Piano-Sounds liegen im Flash-Speicher und können ausgetauscht beziehungsweise über die damalige USB-Anbindung verwaltet werden. Das Gerät besitzt aber keinen Sample-Synthesizer, keine modernen Layer-/Split-Möglichkeiten wie ein Electro 5/6 und keine gewichtete Hammermechanik.
Die Stärke liegt klar in der Orgel und den elektromechanischen Vintage-Keyboards. Die Waterfall-Tastatur spielt sich für Hammond-Techniken, Glissandi und schnelle Akkordarbeit angenehm; für klassisches Pianospiel oder expressive Flügelpassagen ist sie dagegen relativ leicht und nicht mit einer Hammermechanik vergleichbar.
Für Band, Theater, Covermusik, Funk, Soul, Rock und Studio-Overdubs ist das Electro 2 weiterhin attraktiv, weil die wichtigsten Parameter unmittelbar am Gerät erreichbar sind. Die akustischen Piano-Sounds wirken aus heutiger Sicht deutlich älter und weniger detailliert als aktuelle Nord-Piano-Library- oder Mainstage-Sounds.
Preis: 900.- €















